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Das Rathaus von Mons und sein kleiner Affe

Eine gotische Fassade, ein Affe rätselhaften Ursprungs und ein versteckter Garten: eine Station auf der Grand-Place mit einer historischen Fotografie von etwa 1923.

Das Rathaus von Mons am 7. September 2018; heutige Ansicht der gotischen Fassade.

Die Kulisse einer Stadt, die sich selbst verwaltet

Auf der Grand-Place erzählt das Rathaus von Mons eine andere Stadtgeschichte als ein Schloss oder eine Kirche. Seine gotische Fassade gehört zum Bauvorhaben des 15. Jahrhunderts; der kleine Glockenturm kam Anfang des 18. Jahrhunderts hinzu. Die Dokumentation des Institut du Patrimoine wallon nennt eine aufschlussreiche Episode: Die Explosion des benachbarten Zeughauses beschädigte 1477 das Gebäude und unterbrach die Bauarbeiten. Das bewunderte Denkmal ist somit das Ergebnis einer bewegten Geschichte und nicht eines Entwurfs, der ein für alle Mal ausgeführt wurde.

Der Affe: ein Rätsel und eine Legende

Der Singe du Grand'Garde ist nahe dem Eingang befestigt. Seine Herkunft ist nicht geklärt: Meisterstück eines Schmieds, Hauszeichen oder ehemaliger Pranger sind Hypothesen, keine gesicherten Tatsachen. VisitMons dokumentiert hingegen die von Paul Heupgen 1930 verbreitete Glücksbringerlegende. Ihr zufolge soll es Glück bringen, den Kopf mit der linken Hand zu streicheln. Man kann ihn aber auch einfach anlächeln: Kulturerbe zu entdecken verpflichtet nicht dazu, die Werke anzufassen.

Die historische Aufnahme macht Zeit greifbar

Die hier gezeigte fotografische Postkarte aus der Universitätsbibliothek Leuven ist mit einer ungefähren Datierung um 1923 und Hermans in Antwerpen als Herausgeber katalogisiert. Diese Datierung bleibt eine Annäherung. Der Vergleich mit der Ansicht von 2018 unterstreicht die Beständigkeit der Fassade. Ein Foto allein belegt jedoch weder das Alter jedes einzelnen Steins noch den Zeitpunkt einer Restaurierung.

Von der Grand-Place zum Jardin du Mayeur

Das große öffentliche Gebäude und der winzige Affe eröffnen zwei Maßstäbe der Entdeckung: die Selbstdarstellung einer Stadt und die Vertrautheit eines von ihren Bewohnern angenommenen Wahrzeichens. Hinter der Fassade führt ein Durchgang in einen Hof, den Bauten verschiedener Epochen umgeben. Das ist keine einheitliche, im Mittelalter erstarrte Kulisse, sondern eine Anlage, die mit den städtischen Aufgaben gewachsen ist und sich ihnen angepasst hat.

Der Jardin du Mayeur fügt dieser Geschichte eine andere Atmosphäre hinzu. VisitMons datiert seine Anlage auf die Jahre 1930 bis 1936. Das Grün und die geschützte Lage hinter den Gebäuden stehen im Kontrast zur offenen Grand-Place. Die kleine Brunnenfigur des Ropieur, vom Fremdenverkehrsamt auf 1937 datiert, gehört zu dieser jüngeren Geschichte. Der Garten wird also nicht als mittelalterliches Überbleibsel vorgestellt: Er führt die Verbindung zwischen Rathaus und umgebender Stadt auf andere Weise weiter.

Nur im vorgesehenen Rahmen hineingehen

Die offizielle Besuchsseite nennt einen Rundgang mit Kopfhörern und Führungen; welche Räume zugänglich sind, kann je nach Nutzung variieren. Reservieren Sie oder fragen Sie vor einem geplanten Innenbesuch bei VisitMons, Grand-Place 27, nach. Zeremonien und Schließungen haben Vorrang vor dem touristischen Rundgang. Für die Anreise mit dem Zug wählen Sie Mons und gehen anschließend anhand des Innenstadtplans oder Routenplaners zur Grand-Place. Dieser Beitrag verspricht weder ständigen Zugang zu den Salons noch eine freie Besichtigung der Büros.

Fotos und Bildnachweise

Foto 1 — Das Rathaus von Mons am 7. September 2018; heutige Ansicht der gotischen Fassade. Trougnouf (Benoit Brummer) · CC BY 4.0 · Quelle.

Foto 2 — Historische Fotografie: das Rathaus von Mons auf einer Hermans-Postkarte, ungefähr auf 1923 datiert. Fotograf unbekannt; Hermans, Antwerpen (Herausgeber); KU Leuven Libraries, GP003295 · Gemeinfrei — Public Domain Mark 1.0 · Quelle.

Historische Fotografie: das Rathaus von Mons auf einer Hermans-Postkarte, ungefähr auf 1923 datiert.
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