Alte wallonische Gasthöfe: Wie reiste und aß man früher?
Vor Eisenbahn und Auto bot der wallonische Gasthof Reisenden und ihren Pferden Essen, ein Bett, Neuigkeiten und eine Raststation.

Eine Etappe auf der Straße
Gasthöfe entstanden an Wegkreuzungen, Brücken, Märkten oder Relaisstationen. Reisende fanden dort ein Dach, Wärme und eine gewisse Sicherheit für die Nacht. Wenn der Betrieb als Relaisstation diente, konnten Pferde gefüttert, ausgeruht oder gewechselt werden.
Man aß, was das Haus anbieten konnte
Eine Speisekarte im heutigen Sinn gab es nicht immer. Je nach Jahreszeit und örtlichem Angebot wurden gern Suppe, Brot, Käse, Wurstwaren, Eier oder ein Schmorgericht serviert. Ein gemeinsamer Kochtopf machte es möglich, mehrere ankommende Reisende zu verpflegen, ohne ihre genaue Ankunftszeit zu kennen.
Ein Ort der Information
Der Gasthof verband die Einwohner mit der Außenwelt. Kutscher, Händler, Soldaten und Reisende brachten Nachrichten, Gerüchte und Post mit. Man verhandelte, warb Arbeitskräfte an, diskutierte und erledigte mitunter Geschäfte. Das Essen war untrennbar mit diesem Kommen und Gehen verbunden.
Noch heute sichtbare Spuren
Manche wallonischen Häuser erinnern mit ihrem großen Tor, ihrem Hof oder den ehemaligen Stallungen an ihre Vergangenheit als Relaisstation. Wer genau hinsieht, versteht eine Zeit, in der Reisen langsames Vorankommen bedeutete, vom Wetter abhing und die Straße von einem Gasthof zum nächsten gemessen wurde.





