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Belgisches Witbier: die Geschichte eines verschwundenen und wiederbelebten Stils

1. Sept.
1 Min. Lesezeit

Das helle Weizenbier war beinahe verschwunden, bevor es in den 1960er-Jahren in Hoegaarden wiederbelebt wurde und die Welt eroberte.


Naturtrübes belgisches Witbier mit Weizen, Koriander und Orangenschalen

Eine alte Weizentradition


In der Gegend um Hoegaarden wurden für helle Witbiere lange Weizen und Gewürze verwendet. Ihre blasse Farbe, natürliche Trübung und Frische unterschieden sie von den dunkleren Bieren, die früher viele Märkte beherrschten.


Das Verschwinden schien besiegelt


Industrialisierung, der Vormarsch von Pils und die Konzentration der Brauereien schwächten den Stil. 1957 schloss Tomsin, die letzte traditionelle Brauerei Hoegaardens. Das lokale Witbier schien dazu verurteilt, nur noch eine Erinnerung zu werden.


Der Neustart durch Pierre Celis


Pierre Celis, der die regionalen Braupraktiken kannte, begann Mitte der 1960er-Jahre in einer ehemaligen Molkerei wieder zu brauen. Er rückte Weizen, Koriander und Orangenschale erneut in den Mittelpunkt. Der rasche Erfolg zeigte, dass ein alter Geschmack wieder zeitgemäß werden kann.


Ein weltweit verbreiteter Stil


Belgisches Witbier wird heute weit über Belgien hinaus gebraut. Sein Gleichgewicht beruht auf Leichtigkeit, milder Säure, zurückhaltender Würzung und einer geschmeidigen Textur. Seine Wiedergeburt ist eines der schönsten Beispiele für ein Brauerbe, das unmittelbar vor dem Verschwinden gerettet wurde.


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